de en
Ad  
 
Fotos » Sonstiges » Donnerbalken

 
Donnerbalken
nächstes  



Künstler: FilmRudi
Datum: 19.07.2017
Bild Link: http://www.fotos.sc/image/383181 (I-Frame - für Foren, Blogs etc.)
Beschreibung: die Kanne ist zum nachspülen gedacht
Aufgenommen in: Deutschland
Statistik:
Hits: 7046
Favorit: 3


Kommentare abgegeben:

Helmut Leßmann
19.07.2017 15:17
 

Hallo Rudi
Gute Darstellung dieses Heimlichen Ortes.
Hier eine kleine
Klo-Kulturgeschichte
Karriere des stillen Örtchens

Jeder benutzt es und doch redet man nicht gerne darüber: das Klo. Doch so still wie es um das Örtchen geworden ist, war es nicht immer. Zu manchen Zeiten war der öffentliche Toilettengang sogar ein gesellschaftliches Ereignis. Die Geschichte des Klos verrät einiges über die Menschheit.
Wenn Archäologen im Staub nach Überresten vergangener Kulturen suchen, stoßen sie nicht immer auf wertvolle Schmuckstücke oder ausgefeilte Waffen, manchmal finden sie auch nur ein Klo. Immerhin wissen wir dank grabwütiger Forscher, dass unser Klosett Vorfahren hat, die schon tausende Jahre alt sind. Funde aus Schottland belegen, dass es auf der britischen Insel schon vor 5.000 Jahren Klos gegeben haben muss. Die Sumerer im heutigen Irak sollen sogar schon über Toilettenräume mit Wasserspülung verfügt haben. Und auch bei den alten Indern, Ägyptern und Kretern soll es sehr sauber zugegangen sein.Die Hochkultur des Klos herrschte in der Antike im alten Rom. Während es in einem durchschnittlichen römischen Zuhause eher schlicht zuging – die Toilette bestand aus einem Fass, in das die Hausbewohner den Inhalt ihrer Nachttöpfe kippten – besaßen die Reichen sogar schon richtige Privatklos. Die meisten Menschen benutzten allerdings die öffentlichen Latrinen, in denen es durchaus gesellig zuging. Die Hygiene-Einrichtungen ohne Trennwände und Privatsphäre boten Platz für 50 bis 60 Personen, da kam man leicht ins Gespräch. Vor allem die römischen Prachtlatrinen mit Mosaiken, Fußbodenheizung, verzierten Säulen und Marmorsitzen luden zum Verweilen und Plauschen ein. Nebenbei verrichtete man seine Notdurft, die im besten Fall in einen Wassergraben und von dort direkt in die Cloaca Maxima, den großen Abwasserkanal, floss.Mit dem Zerfall des Römischen Reiches war auch die gehobenere Klokultur futsch. Im Mittelalter hatten die Menschen Besseres zu tun, als sich um ihre Hygiene zu kümmern. Das Volk machte wieder in den Nachttopf, den es ungestraft auf der Gasse entleerte. Wer nachts spazieren ging, heuerte sich einen Begleiter an, der voraus ging und lautstark vor stinkenden Häufchen warnte. Immerhin verordnete man um 1500 in München, dass jeder seinen Mist noch am gleichen Tag von der Straße zu entfernen habe. Öffentliche Toiletten waren rar gesät, nur in London, Basel und Frankfurt am Main soll es ein paar gegeben haben. Privatklos waren noch seltener. Die Stadt Nürnberg rügte sogar den Maler Albrecht Dürer, weil er heimlich eine Toilette in seine Küche eingebaut hatte. Als berühmter Bürger der Stadt erließ man ihm aber großzügig die Geldstrafe für die bauliche Ordnungswidrigkeit.
antworten
Heide Becker
19.07.2017 15:42
 

ja so war es einmal, was gibt es jetzt für edle Stücke
lg Margit
antworten
siegfried koegler
19.07.2017 16:38
 

das ist doch mal ein Thema wert-danke für die ausführliche Info
antworten
Rudi Ratzka
19.07.2017 17:41
 

> Hallo Rudi
Gute Darstellung dieses Heimlichen Ortes.
Hier eine kleine
Klo-Kulturgeschichte
Karriere des stillen Örtchens

Jeder benutzt es und doch redet man nicht gerne darüber: das Klo. Doch so still wie es um das Örtchen geworden ist, war es nicht immer. Zu manchen Zeiten war der öffentliche Toilettengang sogar ein gesellschaftliches Ereignis. Die Geschichte des Klos verrät einiges über die Menschheit.
Wenn Archäologen im Staub nach Überresten vergangener Kulturen suchen, stoßen sie nicht immer auf wertvolle Schmuckstücke oder ausgefeilte Waffen, manchmal finden sie auch nur ein Klo. Immerhin wissen wir dank grabwütiger Forscher, dass unser Klosett Vorfahren hat, die schon tausende Jahre alt sind. Funde aus Schottland belegen, dass es auf der britischen Insel schon vor 5.000 Jahren Klos gegeben haben muss. Die Sumerer im heutigen Irak sollen sogar schon über Toilettenräume mit Wasserspülung verfügt haben. Und auch bei den alten Indern, Ägyptern und Kretern soll es sehr sauber zugegangen sein.Die Hochkultur des Klos herrschte in der Antike im alten Rom. Während es in einem durchschnittlichen römischen Zuhause eher schlicht zuging – die Toilette bestand aus einem Fass, in das die Hausbewohner den Inhalt ihrer Nachttöpfe kippten – besaßen die Reichen sogar schon richtige Privatklos. Die meisten Menschen benutzten allerdings die öffentlichen Latrinen, in denen es durchaus gesellig zuging. Die Hygiene-Einrichtungen ohne Trennwände und Privatsphäre boten Platz für 50 bis 60 Personen, da kam man leicht ins Gespräch. Vor allem die römischen Prachtlatrinen mit Mosaiken, Fußbodenheizung, verzierten Säulen und Marmorsitzen luden zum Verweilen und Plauschen ein. Nebenbei verrichtete man seine Notdurft, die im besten Fall in einen Wassergraben und von dort direkt in die Cloaca Maxima, den großen Abwasserkanal, floss.Mit dem Zerfall des Römischen Reiches war auch die gehobenere Klokultur futsch. Im Mittelalter hatten die Menschen Besseres zu tun, als sich um ihre Hygiene zu kümmern. Das Volk machte wieder in den Nachttopf, den es ungestraft auf der Gasse entleerte. Wer nachts spazieren ging, heuerte sich einen Begleiter an, der voraus ging und lautstark vor stinkenden Häufchen warnte. Immerhin verordnete man um 1500 in München, dass jeder seinen Mist noch am gleichen Tag von der Straße zu entfernen habe. Öffentliche Toiletten waren rar gesät, nur in London, Basel und Frankfurt am Main soll es ein paar gegeben haben. Privatklos waren noch seltener. Die Stadt Nürnberg rügte sogar den Maler Albrecht Dürer, weil er heimlich eine Toilette in seine Küche eingebaut hatte. Als berühmter Bürger der Stadt erließ man ihm aber großzügig die Geldstrafe für die bauliche Ordnungswidrigkeit.

danke helmut,
deine info finde ich sehr lehrreich und interessant.
antworten
Andreas Folk
19.07.2017 18:57
 

1953 - 1961 Altbau in einer größeren Stadt immer sozusagen zwischen den Etagen fand sich so ein Kloo und die Beleuchtung war zudem auch noch mangelhaft. Ich werde dies nicht vergessen zumal der Geruch sich auch eingeprägt hat. Sehr ausführlich hier in den Kommentaren die Geschichte und Beschreibung der heutigen Toiletten, das ist auch Kultur Geschichte und gehört unbedingt weiter vermittelt an die Generationen nach uns.
Klasse Foto und Klasse Erklärung. Danke für Wort und Bild.
antworten
Rudi Ratzka
19.07.2017 19:09
 

> 1953 - 1961 Altbau in einer größeren Stadt immer sozusagen zwischen den Etagen fand sich so ein Kloo und die Beleuchtung war zudem auch noch mangelhaft. Ich werde dies nicht vergessen zumal der Geruch sich auch eingeprägt hat. Sehr ausführlich hier in den Kommentaren die Geschichte und Beschreibung der heutigen Toiletten, das ist auch Kultur Geschichte und gehört unbedingt weiter vermittelt an die Generationen nach uns.
Klasse Foto und Klasse Erklärung. Danke für Wort und Bild.

ist ja interessant was da für geschichten kommen.
ganz so graß wie bei dir habe ich es nicht mehr erleben müssen.
aber in den schulferien bei meinen onkel im frankenland, der hat auch noch so einen donnerbalken gehabt.
war bei der hitze besonders intensiv im geschmack.
antworten
Manfred Müller
19.07.2017 21:57
 

ein klasse Rückblick in die Vergangenheit,kenne ich noch aus meiner Kindheit,im Sommer Fliegenschwärme und im Winter Rauhreif auf der Klobrille,aber man war ja nichts Anderes gewohnt,LG.Manfred
antworten
Volker Erdmann
20.07.2017 13:14
 

Ein historisches Stück. VG Volker
antworten
Klaus-Peter Dittmar
25.07.2017 20:32
 

Eine schöne Erinnerung, aber ich bin froh im hier und heute zu leben, VG Claus-Peter
antworten